MEIN RADREISE-BLOG

Hier ist der Platz, an dem ich meine Erlebnisse und meine Gedanken niederschreibe. Es ist für mich die größte Ehre, wenn du es liest und einen Kommentar hinterlässt. Und natürlich freue ich mich sehr über eine Spende für die kurzweilige Unterhaltung. Danke!

 

Gemeinsam schaffe ich das

Aktualisiert: 23. März


Das ist mein erster Beitrag hier. Lange gärt die Idee einer langen Fahrradreise in mir. Süchtig machende YouTube-Dokus sind mindestens zu 60% Schuld daran, dass ich jetzt dringend mit dem Fahrrad los muss. Es ist zwar nicht meine erste Fahrradreise, aber es wird bestimmt meine weiteste. Und ganz ehrlich - ich hab Schiss...jetzt ist auch noch diese Seite online und ein langer Emanzipationsprozess findet sein Finale. Ich habe jetzt allen Bescheid gesagt, die es wissen müssen und vielen nicht, die vielleicht auch nicht zwingend was damit anfangen können.


"Wovon lebst du und wie finanzierst du das?", fragen die dann immer. Ich lebe von meinen Träumen und fester Nahrung, solange die Zähne es zulassen und denke lieber nicht ans Geld, denn dann müsste ich vernünftigerweise zu Hause bleiben und mir dringend einen Job suchen, bei dem ich ein bisschen mehr verdiene als bisher. Schließlich habe ich Haus und Hof und das jeweils an manchen Stellen marode und liebesbedürftig. Es geht mir tatsächlich besser wenn ich wenig Geld habe. Dann habe ich auch weniger Möglichkeiten viel Geld in einem rasanten Tempo für temporäre Gelüste auszugeben, um mich dann später schlecht zu fühlen, weil ich mir das nicht besser überlegt habe. Also fahre ich jetzt halt los mit ein bisschen was gespartem, was um ehrlich zu sein gerade dafür reicht, die Fixkosten zu Hause für die Zeit, die ich weg bin, zu bezahlen. Dabei weiß ich noch nicht mal wie lange ich weg bin.

 

Wölke ey...mach einfach...von keinem Geld stirbt man nicht, sag ich mir dann immer. Das stimmt auch. Kann ich unterschreiben, habe ich schon oft genau so erlebt.

 

Ob als auf der Straße lebender Landstreicher in meiner späten Jugend, oder als Musiker, der sich freute, wenn es zum Reis noch Ketchup gab und wenn die Vermieterin offensichtlich noch nicht auf ihren Kontoauszug geguckt hat. Glück muss man haben, wie zum Beispiel während meines Zivildienstes. Da hatte ich einen Fiat Panda (Italia`90-Edition), aber selten Benzin. Morgens hatte ich welches, aber abends, wenn ich dann in Hamburg-Billstedt Feierabend hatte, ging die Karre nach wenigen hundert Metern aus. Da kam dann gern mal meine Mutter mit einem Kanister angefahren und hat mir die Kiste vollgetankt. Die völlige Demütigung, die aber nur eine ist, wenn man denkt man müsste irgendwas in dieser Welt. Irgendwem gefallen oder was recht machen, anstatt die Katastrophe "echtes Leben" einfach passieren zu lassen und drauf zu achten, dass sie in all ihrer Fertigkeit und Kaputtness auch möglichst viel Spaß macht. Denke also immer daran: In erster Linie musst du schonmal garnichts! Und ich auch nicht. Außer jetzt auf Fahrradreise fahren, wovor ich echt Respekt habe.


Ich bin zwar supergerne draußen in der Natur, aber da gibt es einige Dinge, die mir genauso viel Unbehagen bereiten. Da wäre der Mensch, der könnte mit seiner nervigen Art einfach nachts vorm Zelt stehen und mich wegscheuchen. Letzteres ist nicht das Problem, aber ich erschrecke mich wahnsinnig, wenn der da auf einmal steht. Ich sage bewusst "der", weil sowas beschissenes machen nur Männer - definitiv. Naja, und dann wären da noch der neugierige Bär, der ausgehungerte Fuchs, das verletzte Wildschwein und der angefütterte Wolf. Bleibt einfach wo ihr seid, ich komme in Frieden und will nichts von euch.



Dann dreht sich mir schon der Magen um, wenn ich daran denke, mich von meiner Frau zu verabschieden. Sowas beklopptes. Aber so ist es, das haben schon andere geschafft. Ich weiß, dass mich zwei Wochen ein unbequemes Vermissen begleiten wird, das dann abflaut und in Schüben mit größeren Abständen wiederkommt. Meist bedingt durch andere Dinge, die unfassbar schief laufen. Schief laufen kann vieles. Ich könnte ständig ne Panne haben. Eine reicht mir schon. Überhaupt keinen Bock im Regen meinen Fahrradschlauch zu flicken, oder in der Hitze kein Wasser mehr zu haben. Mücken können mir auch weg bleiben. Habe ich jetzt schon die Fresse voll. Die Liste ist endlos. Da fragt man sich, wie denn der Wölke auf die Idee kommt, sich überhaupt so etwas vorzunehmen. Dazu kann ich sagen, dass habe ich mir nicht überlegt. Das kommt so, wenn man sich auf die Fahne schreibt möglichst viel das zu tun, was Herz und Bauch einem sagen. Kannst du ja auch mal probieren. Da kommen abenteuerliche Dinge bei raus. Meistens solche, die einem eigentlich viel zu aufregend, zu anstrengend und zu stressig sind, dabei den Körper ruinieren, das bisherige Leben auf eine Probe stellen und andere Menschen verstört zurücklassen, weil die sich das dann rational erklären wollen, was mit dir denn wohl nicht stimmt. Das geht aber nicht, weil mit dir ja alles stimmt. Nur mit denen eben nicht.


Ich habe gehört, man kann Bauchgefühle auch mit dem Verstand kombinieren und dann eine gute Entscheidung für sich treffen. Allerdings habe ich das mit dem Verstand noch nie verstanden. Ich überlege mir aber genauso oft, wie es wäre, wenn ich diese Herausforderungen, die meine Seele mir vorgibt, nicht annehmen würde, weil der Verstand irgendwas will, was ich nicht verstehe. Dann komme ich immer zu dem Schluss, dass alle Gefühle vor denen ich möglicherweise Angst habe, alle Tiere und Lebewesen, die mir gruselig sind, alle Situationen, in denen ich einsam und verzweifelt bin, alle Situationen, die mich an den Rand meiner Fähigkeiten bringen, alle unliebsamen Überraschungen und alle anderen großen und kleinen Katastrophen am Ende eines sind - das pure Leben.


Und darauf freue ich mich jetzt. Bis die Reise losgeht, gibt es hier immer wieder Neuigkeiten. Der Prozess wird ernst und ich möchte dich und euch daran teilhaben lassen. Danke, dass ihr dabei seid! Gemeinsam schaffe ich das!












 

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